Stadionsprecher sein offizieller Reisebericht
über
die Vereinsfahrt des SV Trusetal 05
vom 04.10. – 06.10.2002
Freitag, 4. Oktober 2002
Bei Nieselregen begann am Freitag, dem 4. Oktober 2002, die Vereinsfahrt des SV Trusetal 05, die als erstes Reiseziel den Spreewald auf dem Plan hatte. Nachdem im Ortsteil Trusen die ersten in unser Reisemobil eingestiegen waren, sammelte der Bus den Großteil der Reisegruppe am Hergeser Busbahnhof ein. Dort tauchte wenige Augenblicke vor 5 Uhr morgens, zur Überraschung aller, sogar noch ein nicht eingeplanter Reiseteinehmer auf. So gegen 10 nach 5 Uhr morgens und nach einem kurzen Zwischenstopp am Hammerrasen, wo die letzten beiden einstiegen, ging es via Inselsberg, A4, A9 und einigen Bundes- sowie Landstraßen in Richtung Spreewald, dem ersten Reiseziel.
Nach
der obligatorischen Begrüßung durch unseren Busfahrer Sandro nutzten viele der
müden Gesichter die noch vorherrschende Dunkelheit aus, um noch etwas
auszuschlafen. Diejenigen, die das nicht taten, öffneten bereits die ersten
Fitnessgetränke oder hielten sich mit Witzen über 2 Nullen bzw. 2 Pflaumen wach
und hatten das erste Gelächter der Fahrt auf ihrer Seite. Nach knapp 90 Minuten
legte man in der Morgendämmerung nach mehrfacher Aufforderung den ersten
Zwischenstopp ein.
An
der Raststätte „Teufelstal“ versorgte man sich mit
etwas Kulinarischem oder mit den aktuellsten Nachrichten-Blättern. Bei unseren
mitgereisten Freunden des gepflegten Kartenspiels tauchte bereits bei der
Abfahrt die Frage auf, wie man im Bus einen Skat klopfen könne. Dazu wurde
lediglich noch so etwas wie ein „Kart-Tisch“ benötigt.
Doch woher nehmen? Die Vorschläge, die von Kaufen bei Höffner
bis zum Abmontieren eines Verkehrsschildes reichten, wurden jedoch allesamt
„abgelehnt“. Beim Vorbeilaufen an einem noch nicht besetzten Blumenstand der
Raststätte entdeckten unsere Skatfreunde ein abgestelltes Press-Span-Schild,
wie man es z.B. von Zirkus-Plakaten her kennt. Dies wurde sofort eingeladen und
das erste Problem war somit an diesem Tag schon gelöst. Auf der Weiterfahrt
wurden nun die ersten Alkoholreserven angebrochen. Bis zum nächsten Stopp wurde
im Bus das aktuelle Zeitungsgeschehen studiert oder ein gepflegter Klatsch
abgehalten. Beim diesem zweiten Halt in der Nähe von Leipzig wurde
gefrühstückt. Das Picknick, das nach dem Ablaufplan gut 45 Minuten zu früh
begann, bildete das erste Tageshighlight und war sogar im Reisepreis bereits
enthalten J .
Bei Kaffee und Wurstweck wurde der bisherige Fahrtverlauf ausgewertet.
Inzwischen hatte sogar der Regen aufgehört – ein Phänomen, das uns die ganze
Fahrt begleitete: Immer wenn wir eine Rast machten oder etwas besichtigen
wollten, hörte der Regen auf. Nachdem die Fahrt fortgesetzt wurde, konnte der
neu erworbene „Kart-Tisch“ mit einem Skatspiel gleich
getestet werden.
Gegen
halb zwölf erreichte man nun endlich den Spreewald. In Lübben hielt man an und
ging es auch gleich auf die Boote zur traditionellen Spreewald-Kahnfahrt.
Aufgeteilt auf 2 Kähne ging es los. Man erfuhr unterwegs viele interessante
Infos und Geschichten über den Spreewald und die dortige Schifffahrt. Auf der
knapp 2-stündigen Fahrt konnten die Gäste auf dem ersten Kahn sogar an einem
Imbiss die Original Spreewald-Gurken ausprobieren. Der Kapitän des zweiten
Kahns wurde unterwegs aufgrund zu hohen Seegangs wohl seekrank und musste die
Fahrt um ca. 20 Minuten verkürzen. Nach dem Mittagessen im Kahnhafen fuhr man
mit dem Bus weiter in Richtung Cottbus. Dort bezog man so gegen 16 Uhr die
Zimmer und hatte bis zum Abendessen noch Zeit die nähere Umgebung des Hotels „Holiday-Inn“ im Stadtzentrum zu erkunden, wobei man
feststellen kann, dass in Cottbus um 17 Uhr weniger los ist, als zum gleichen
Zeitpunkt in Schmalkalden (und das will schon was heißen !!!). Auf den Zimmern
wurde man von der Videotext-Anzeige des Hotel-TVs
begrüßt. Nicht alle Begrüßungen waren dabei namentlich korrekt: So wurden unser
Vizepräsident und seine Frau mit den Worten „Herzlich Willkommen Herr Heiner
und E1 !“ begrüßt, ein Spruch, der auf der gesamten
Fahrt immer wieder Gelächter einbrachte. Unser Stadionsprecher hieß an diesem
Wochenende laut Hotel-TV „Herr Henamith“,
um nur zwei Beispiele zu nennen.
Nach dem Abendessen, das etwas dürftig ausfiel, ließ man den Abend im Cottbusser Brauhaus gemütlich ausklingen. Bei Bockbier, Pils und einer gepflegten Unterhaltung machten einige sogar Bekanntschaft mit einer Reisgruppe aus Krefeld. Kurz vor Mitternacht waren die meisten wieder ins Hotel zurückgekehrt, um sich für den nächsten Tag in Berlin auszuruhen. Zwei Sportfreunden des SV05 gelang es nach Mitternacht sogar noch ein Burger-King-Restaurant ausfindig zu machen, um sich mit Chicken-Wings und Doppel-Whopper zu stärken. Nach deren Rückkehr und einigen Tests der Hotel-Telefonanlage, hatte nun auch für die Letzten die Nachtruhe begonnen.
Samstag, 5. Oktober 2002
Im
Anschluss an das umfangreiche Frühstück, wo zum Unmut einzelner Mitgereisten
die Frühstücks-Eier ausgingen, machte man sich auf den Weg nach Berlin. Auf der
Fahrt wurde neben zahlreichen Blondinenwitzen und anderen Lach- und
Sachgeschichten natürlich wieder Skat geklopft. Kurz nach elf Uhr war man in Berlin
angekommen und konnte mit einer Stadtrundfahrt beginnen.
Es
ging vorbei am Fernsehturm, Alex und Erichs Lampenladen-Ruine (für nicht mehr
DDR-Gefestigte: der Palast der Republik) wurde natürlich nicht vergessen. Unter
den Linden fuhr man zum frisch renovierten Brandenburger Tor und hielt vor dem
Reichstag für einen kleinen Zwischenstopp. Es ging dann weiter vorbei an der
Siegessäule zum Sony-Center am Potsdamer Platz, wo man die imposante
Dachkonstruktion bewunderte. Unser Stadtführer Jochen, der selbst an der
Tiefgarage des Sony-Center und anderen Berliner Bauwerken mitwirkte, hatte
manche Story auf Lager und wusste viel von den Bauarbeiten zu berichten. Nach
einem kleinen Abstecher zum Checkpoint-Charly fuhr
man in Richtung Ku-Damm, den man sinnvoller Weise
komplett runter und dann wieder zurück fuhr.
Den
Bus parkten wir dann auf eine etwas rabiate Art und Weise am Bahnhof Zoo. Dort
teilte sich unsere Reisegruppe. Ein Teil fuhr mit der S-Bahn zur
Olympiastadion-Baustelle, um den Bundesliga-Kracher Hertha gegen Nürnberg (2:1)
anzuschauen. Der Rest machte beim Einkaufsbummel den Ku-Damm
und den Bahnhof Zoo unsicher. Im Stadion angekommen testete man auch noch
schnell die kulinarischen Highlights (Bratwurst, Hot-Dog,
Frikadelle) und es hörte bei der Ankunft natürlich wieder auf zu regnen. Um 18
Uhr traf man sich wieder am Bus und machte sich auf den Rückweg ins Hotel. Auf
der Busfahrt wurden zunächst erst einmal die Bezirksliga-Ergebnisse ausfindig
gemacht und die Berlin-Erkundung analysiert.
Es folgte nach der Ankunft im Hotel ein weiteres Highlight der gesamten Fahrt: Das Abendessen am Samstag. Es bot zunächst einmal eine leichte kulinarische Steigerung zum Freitag. Während des Essens wurden von einigen legendäre Sprüche rausgehauen. Hier eine kleine Auswahl: „Das Skatspielen fällt heut Abend wohl in den Sand!“ oder „die Kellnerin ist doch ein schlankes Hirsch!“. Viele mussten sich zügeln um nicht in einen Lachkrampf zu verfallen. Nach dem abendlichen Styling zog es einen Teil der Mitgereisten in ein Irish Pub, wo einige trotz der „stabilen“ Preise zur Höchstform aufliefen und mit Schlagerhits live ohne Playback der Live-Musik im Lokal Konkurrenz machten. Andere zogen es vor in der Hotel-Bar noch einen Drink zu sich zu nehmen oder blieben ganz auf dem Zimmer, um sich von den Reisestrapazen zu erholen.
Sonntag, 6. Oktober 2002
Der
Tag der Heimreise war angebrochen. Nach dem erneut amüsanten Frühstück und dem Check-Out im Hotel ging die Fahrt weiter in Richtung
Dresden, dem letzten Reiseziel. Im Bus war vielen die Müdigkeit der letzten
beiden Tage deutlich anzusehen. Trotzdem waren einige hellwach und mischten auf
der Fahrt, u.a. vorbei am Lausitzring, wieder die Skatkarten. Inzwischen wurde
der Kart-Tisch mittig geteilt und in zwei Gruppen
gespielt.
Am
Mittag war man Dresden angekommen und konnte sich zu Fuß ein Bild von der
Altstadt machen (Zwinger, Semperoper, Elbufer, Frauenkirche usw.). Wieder hatte
man Wetterglück: von Regen keine Spur. Die Auswirkungen des August-Hochwassers
waren an einigen Orten immer noch sichtbar. Nach dem Stadtrundgang verteilte
man sich in die Gaststätten in der Innenstadt. Für einige war das Mittagessen
in der Innenstadt bei Wucher-Preisen eine echte Enttäuschung, um nicht zu sagen
ein echter Skandal L . Um
kurz nach 14 Uhr verließ man Dresden auf der A4 gen Heimat. Bis dahin hatte man
aber noch einige Hürden zu nehmen. Die Autobahn war voll und es kam bei
Sauwetter zu zahlreichen Staus. Das Skat-Spielen wurde im Bus
selbstverständlich fortgesetzt. Erst als man in Waltershausen die A4 verließ
wurden die Karten beiseite gelegt.
Es
ging nun nur noch über den eingenebelten Inselberg und nach der Verabschiedung
durch unseren Busfahrer war man gegen 19 Uhr wieder daheim im schönen Trusetal.
Unser Vereins-Vize hatte auf den letzten Metern noch ein paar Sprüche auf
Lager. So konterte er u.a. mit den Worten „Mir liegt ein Lächeln auf der Zunge“
und „Ich hab Tränen auf der Lippe“. Bei der Einfahrt zum Busbahnhof bemerkte er
beim Anblick der Bürgerhaus-Baustelle zum Gelächter der Mitreisenden: „Ah,
unser Bürgerhaus ist auch fast fertig! Das hätt’ auch
´nen schönen Bürger-King gegeben!“ Bei der Ankunft
wurde man sogar noch von einer Polizei-Delegation empfangen, die zufällig
gerade einem Verkehrsdelikt nachgingen. Danach wurde der Rest unserer
Reisegruppe nach Hause chauffiert und die absolut gelungene Vereinsfahrt war
beendet. Die gestressten Reisenden machten sich von den Bushaltestellen auf den
Heimweg und hatten am Sonntagabend noch etwas Zeit sich etwas von den
Reisestrapazen zu erholen.
Ringo Hengmith